Opern und Operettenkonzert Sonntag, 27.1.2019, 17 Uhr Waldorfschule, Augsburg Das Vokalensemble mit unglaublich viel Herzblut Das Augsburger Vokalensemble entführt in die Welt der Oper und Operette. Der Auftritt hätte mehr Publikum verdient gehabt. Von  Oliver Wolff (Augsburger Allgemeine) Das Augsburger Vokalensemble gehört seit mittlerweile 42 Jahren zum festen Bestandteil der Augsburger Chorlandschaft. Damals gegründet von ehemaligen Mitgliedern der Regensburger Domspatzen, verfügen heute die etwa 40 Sängerinnen und Sänger über ein breites Repertoire – von der Renaissance bis zur Moderne. Alfons Brandl, renommierter Tenor aus Rehling, ist seit 2002 Leiter des Chors, welcher am Sonntag ein besonderes Konzert in der Freien Waldorfschule Augsburg gab. Doch dieses Mal war Brandl nicht der Dirigent, sondern Solist. Zusammen mit seiner kongenialen Gesangspartnerin Christa Maria Hell entführte er das Publikum in die Welt der Oper und Operette, das Augsburger Vokalensemble begleitete die Solisten zusammen mit der „Sinfonietta Waiblingen“ aus Baden-Württemberg – eine bemerkenswerte Leistung des Chors und Amateurorchesters unter der Leitung von Margret Urbig. Das zweieinhalbstündige Konzert begann mit Ausschnitten aus Mozarts Oper „Idomeneo“, passenderweise hatte Wolfgang Amadé Mozart genau an diesem Tag seinen 263. Geburtstag. Unmittelbar darauf zeigte der Chor mit Bizets „Marsch und Chor der Stierkämpfer“ seinen runden und voluminösen Klang, der später zu Ausschnitten aus Verdis „La Traviata“ noch mal getoppt wurde. Sopranistin Hell zeigte bei Bellinis „Casta Diva“ aus der Oper „Norma“ ihre dynamische Klasse und sorgte mit ihren Koloraturen für einen Gänsehautmoment. Ihre Wandlungsfähigkeit stellte Hell nicht nur bei der Wahl ihrer Kleider unter Beweis, ihre musikalische Interpretation war äußerst anpassungsfähig während der Musik-Zeitreise. Tenor Brandl ist zwar nicht der lauteste Tenor, dafür zeichnen ihn seine hervorragende Intonation und beeindruckende Leichtigkeit bei der Tonerzeugung aus – musikalisch phrasierend, ohne nachzudrücken. Dass Alfons Brandl Professor an der Nürnberger Hochschule für Musik ist und immer wieder mit großen Orchestern und Dirigenten auf der Bühne steht, verwundert nicht. Weniger Interesse als in Haar In der zweiten Hälfte hieß es: Bühne frei für die Welt der Operette mit den Highlights „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller und „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn). Das Publikum, auch wenn der Zuschauerraum recht übersichtlich gefüllt war, erhob sich. Schade, dass das Heimspiel des Augsburger Vokalensembles – im Unterschied zur Premiere im ausverkauften Bürgersaal Haar bei München – nicht das Interesse wecken konnte, welches es verdient hätte. Denn: Auch wenn die Musiker von Chor und Orchester „nur“ Semiprofis sind, dafür machen sie ihre Sache äußerst ambitioniert und professionell. Letztendlich tut es einem leid, wenn – unabhängig vom konkreten Konzert – das viele Herzblut der Laienmusiker auf scheinbar zu wenig Resonanz stößt. Das hat schon Cicero vor über 2000 Jahren erkannt: „Das Publikum schätzt diejenigen hoch und hebt sie in den Himmel, an denen es ausgezeichnete und eigentümliche Tugenden wahrzunehmen glaubt, während es diejenigen gering achtet, denen es keine Tüchtigkeit, keinen Mut, keine Energie zutraut.“ Immerhin waren die rund 70 Besucher, die gekommen sind, überaus begeistert. Zu Recht. Highlights der Vergangenheit Dialog 2015 Ein Highlight des Dialogs 2015 in Augsburg waren die Auftritte der Chöre Augsburger Vokalensemble und Rosex aus Liberec, die im Viermetzhof am 27.06. und in ev. St. Ulrich am 28.6.2015 auftraten. Augsburger Vokalensemble holt Silber in der Goldenen Stadt Als einziger deutscher Chor nahm das Vokalensemble mit großem Erfolg am Internationalen Chorwettbewerb für Advents- und Weihnachtsmusik 2011 in Prag teil. Gegen eine starke Konkurrenz mit Chören aus Tschechien, Rumänien, Italien, Polen, Schweden, Singapur und anderen Ländern behauptete sich der Chor unter Leitung von Alfons Brandl und errang ein Silberdiplom mit einer Punktzahl von 24 von 30 Punkten. Das Wettbewerbsprogramm mit anspruchsvollen Chorwerken von Poulenc, Whitacre, L. da Vittoria und R. Thompson war auch Bestandteil unserer Adventu”-Konzerte. Missa Katharina Jacob de Haan erklärt, er habe seine Missa Katharina klanglich romantisch gehalten. Der Dirigent des Euregio-Blasorchesters Johann Mösenbichler: “Die Musik berührt Herz und Seele” Als Vorbilder für sein Klangideal nennt Jacob de Haan die geistlichen Werke von Johann Sebastian Bach, Mozarts Messen, das Requiem von Verdi, die geistliche Musik von Bruckner und Gounods Sängerwettstreit in Bremen Rund 10.000 Sängerinnen und Sänger brachten die Hansestadt Bremen zum Singen. Den Höhepunkt bildete das große Mitsinge-Konzert im Pier 2, an dem auch Bundespräsident Horst Köhler teilnahm und sich  - wie zahlreiche andere Besucherinnen und Besucher  von dem besonderen Charme des Chorfestes anstecken ließ. Augsburger Vokalensemble beim Bayerischen Rundfunk Das Augsburger Vokalensemble in Neuaufnahmen des Bayerischen Rundfunks im Rahmen der Sendereihe “Musik für Bayern. Gesendet wurden: Der Greis (Michael Haydn) Dobru Noz (Petr Eben) Ich hab die Nacht geträumet (Max Beckschäfer)
Opern und Operettenkonzert Sonntag, 27.1.2019, 17 Uhr Waldorfschule, Augsburg Das Vokalensemble mit unglaublich viel Herzblut Das Augsburger Vokalensemble entführt in die Welt der Oper und Operette. Der Auftritt hätte mehr Publikum verdient gehabt. Von  Oliver Wolff (Augsburger Allgemeine) Das Augsburger Vokalensemble gehört seit mittlerweile 42 Jahren zum festen Bestandteil der Augsburger Chorlandschaft. Damals gegründet von ehemaligen Mitgliedern der Regensburger Domspatzen, verfügen heute die etwa 40 Sängerinnen und Sänger über ein breites Repertoire – von der Renaissance bis zur Moderne. Alfons Brandl, renommierter Tenor aus Rehling, ist seit 2002 Leiter des Chors, welcher am Sonntag ein besonderes Konzert in der Freien Waldorfschule Augsburg gab. Doch dieses Mal war Brandl nicht der Dirigent, sondern Solist. Zusammen mit seiner kongenialen Gesangspartnerin Christa Maria Hell entführte er das Publikum in die Welt der Oper und Operette, das Augsburger Vokalensemble begleitete die Solisten zusammen mit der „Sinfonietta Waiblingen“ aus Baden-Württemberg – eine bemerkenswerte Leistung des Chors und Amateurorchesters unter der Leitung von Margret Urbig. Das zweieinhalbstündige Konzert begann mit Ausschnitten aus Mozarts Oper „Idomeneo“, passenderweise hatte Wolfgang Amadé Mozart genau an diesem Tag seinen 263. Geburtstag. Unmittelbar darauf zeigte der Chor mit Bizets „Marsch und Chor der Stierkämpfer“ seinen runden und voluminösen Klang, der später zu Ausschnitten aus Verdis „La Traviata“ noch mal getoppt wurde. Sopranistin Hell zeigte bei Bellinis „Casta Diva“ aus der Oper „Norma“ ihre dynamische Klasse und sorgte mit ihren Koloraturen für einen Gänsehautmoment. Ihre Wandlungsfähigkeit stellte Hell nicht nur bei der Wahl ihrer Kleider unter Beweis, ihre musikalische Interpretation war äußerst anpassungsfähig während der Musik-Zeitreise. Tenor Brandl ist zwar nicht der lauteste Tenor, dafür zeichnen ihn seine hervorragende Intonation und beeindruckende Leichtigkeit bei der Tonerzeugung aus – musikalisch phrasierend, ohne nachzudrücken. Dass Alfons Brandl Professor an der Nürnberger Hochschule für Musik ist und immer wieder mit großen Orchestern und Dirigenten auf der Bühne steht, verwundert nicht. Weniger Interesse als in Haar In der zweiten Hälfte hieß es: Bühne frei für die Welt der Operette mit den Highlights „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller und „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn). Das Publikum, auch wenn der Zuschauerraum recht übersichtlich gefüllt war, erhob sich. Schade, dass das Heimspiel des Augsburger Vokalensembles – im Unterschied zur Premiere im ausverkauften Bürgersaal Haar bei München – nicht das Interesse wecken konnte, welches es verdient hätte. Denn: Auch wenn die Musiker von Chor und Orchester „nur“ Semiprofis sind, dafür machen sie ihre Sache äußerst ambitioniert und professionell. Letztendlich tut es einem leid, wenn – unabhängig vom konkreten Konzert – das viele Herzblut der Laienmusiker auf scheinbar zu wenig Resonanz stößt. Das hat schon Cicero vor über 2000 Jahren erkannt: „Das Publikum schätzt diejenigen hoch und hebt sie in den Himmel, an denen es ausgezeichnete und eigentümliche Tugenden wahrzunehmen glaubt, während es diejenigen gering achtet, denen es keine Tüchtigkeit, keinen Mut, keine Energie zutraut.“ Immerhin waren die rund 70 Besucher, die gekommen sind, überaus begeistert. Zu Recht. Highlights der Vergangenheit Dialog 2015 Ein Highlight des Dialogs 2015 in Augsburg waren die Auftritte der Chöre Augsburger Vokalensemble und Rosex aus Liberec, die im Viermetzhof am 27.06. und in ev. St. Ulrich am 28.6.2015 auftraten. Augsburger Vokalensemble holt Silber in der Goldenen Stadt Als einziger deutscher Chor nahm das Vokalensemble mit großem Erfolg am Internationalen Chorwettbewerb für Advents- und Weihnachtsmusik 2011 in Prag teil. Gegen eine starke Konkurrenz mit Chören aus Tschechien, Rumänien, Italien, Polen, Schweden, Singapur und anderen Ländern behauptete sich der Chor unter Leitung von Alfons Brandl und errang ein Silberdiplom mit einer Punktzahl von 24 von 30 Punkten. Das Wettbewerbsprogramm mit anspruchsvollen Chorwerken von Poulenc, Whitacre, L. da Vittoria und R. Thompson war auch Bestandteil unserer Adventu”- Konzerte. Missa Katharina Jacob de Haan erklärt, er habe seine Missa Katharina klanglich romantisch gehalten. Der Dirigent des Euregio- Blasorchesters Johann Mösenbichler: “Die Musik berührt Herz und Seele” Als Vorbilder für sein Klangideal nennt Jacob de Haan die geistlichen Werke von Johann Sebastian Bach, Mozarts Messen, das Requiem von Verdi, die geistliche Musik von Bruckner und Gounods Sängerwettstreit in Bremen Rund 10.000 Sängerinnen und Sänger brachten die Hansestadt Bremen zum Singen. Den Höhepunkt bildete das große Mitsinge-Konzert im Pier 2, an dem auch Bundespräsident Horst Köhler teilnahm und sich  - wie zahlreiche andere Besucherinnen und Besucher  von dem besonderen Charme des Chorfestes anstecken ließ. Augsburger Vokalensemble beim Bayerischen Rundfunk Das Augsburger Vokalensemble in Neuaufnahmen des Bayerischen Rundfunks im Rahmen der Sendereihe “Musik für Bayern. Gesendet wurden: Der Greis (Michael Haydn) Dobru Noz (Petr Eben) Ich hab die Nacht geträumet (Max Beckschäfer)